Arbeitsweise

Perspektivisch-schema­therapeutische Psycho­therapie

Schematherapie verbindet in innovativer und systematischer Weise Elemente der kognitiven Verhaltenstherapie, Gestalttherapie und Tiefenpsychologie. Ich arbeite beziehungs- und emotionsfokussiert, mehrperspektivisch und zielgerichtet. In Zusammenarbeit mit dem Klienten aber auch Hausärzten, Psychiatern, zuweisenden Ambulatorien, Kliniken oder Spitälern entwickle ich individuelle Betreuungsszenarien, die dem Klienten helfen langfristige Strategien aufzubauen. Ziel ist dabei immer die momentane und zukünftige Lebenssituation meiner Klienten entscheidend verbessern zu können.

Eine gute Therapie zeigt Wirkung

Ich orientiere ich mich am neuesten Erkenntnisstand der Psychologie, der Neurowissenschaften und der Therapieforschung. Ich beachte und verwende diejenigen therapeutischen Vorgehensweisen, deren Wirksamkeit empirisch nachgewiesen sind. So bilde ich mich regelmässig weiter. Basierend auf einem Problemverständnis entwickle ich für Sie ein individuelles und nachvollziehbares Therapievorgehen. Therapeutisch nutze ich dabei alle Wirkfaktoren: Klärung, Problemaktualisierung, Problembewältigung, Ressourcenaktivierung. Im therapeutischen Arbeiten ziehe ich verschiedene «Brillen» an und beachte z.B. auch systemisch-kontextuelle Faktoren. Schliesslich interessieren mich Ihre persönlichen Werte, auf die ich mich perspektivisch ausrichte oder die ich mit Ihnen bei Ratlosigkeit oder innerer Not suche und wiederherstelle.

Emotionale Grundbedürfnisse verstehen

Mit dem schematherapeutischen Vorgehen versuche ich, ihr Leiden, emotional, angesichts Ihrer Biographie und angesichts Ihrer heutigen Situation zu verstehen. Dabei finde ich heraus, welche emotionalen Grundbedürfnisse nach Bindung, Sicherheit, Selbstwert, Lustgewinn, Autonomie, freier Meinungsäusserung oder Grenzen in Ihrem Leben besonders gestärkt werden sollten. Zur Bearbeitung Ihrer Anliegen fokussiere ich auf die sogenannten Schemata oder «Lebensfallen» sowie die damit verbundenen emotionalen, kognitiven oder intentionalen Anteile («Modi»). Auf dem Boden dieses Verständnisses und unter Bearbeitung Ihrer Modi lernen Sie, was Sie heute verändern können, um Ihren eigenen Bedürfnissen besser gerecht zu werden.

Eine Ihren Bedürfnissen angepasste Therapieform

Ursprünglich wurde Schematherapie zur Behandlung von schweren Persönlichkeitsstörungen entwickelt. Heute wird sie jedoch zunehmend auch bei anderen Problemen wie Ängsten oder Depressionen sowie Lebensproblemen und inneren Konflikten erfolgreich eingesetzt. Auf dem Boden einer tragenden und authentischen Beziehung setze ich bei Bedarf und Wunsch verschiedene therapeutische Techniken ein:

  • Emotionsfokussierte Techniken: z. B. Imaginationsübungen oder Stühlearbeit
  • Kognitive Techniken: z. B. Realitätsüberprüfung und Entwicklung neuer Sichtweisen
  • Verhaltenstherapeutische Techniken: z. B. Rollenspiele und die Vereinbarung von Hausaufgaben, um festgefahrene Muster im alltäglichen Handeln aufzubrechen.

Meine Tätigkeit im stationären und teilstationären, ambulanten Rahmen prägen mein Wissen und Können. Ich kenne das gesundheitspolitische Umfeld, die Strukturen von psychiatrischen Institutionen und das Sozialversicherungswesen der Schweiz. Bei Bedarf und Wunsch ist eine Zusammenarbeit mit Psychiatern (hausintern mit Claudia Barger) oder Hausärzten möglich.

Methodik

Schematherapie nach J. Young

Die Schematherapie ist ein integrativer Ansatz zur Erklärung und Behandlung schwer behandelbarer Störungsbilder. Sie integriert Theorien sowie Techniken verschiedener Therapiemethoden in ein einheitliches, neurobiologisch fundiertes Konzept: so zum Beispiel die  Bindungsforschung und Bedürfnistheorie sowie den Expositions- und Trainingsansatz der Verhaltenstherapie. Persönlichkeitsstörungen werden als Folge unerfüllter Bedürfniserfüllung (z.B. Vernachlässigung, Ablehnung, Beschämung) aufgefasst, die sich als negative „Schemata“ in die neuronale Struktur des Menschen „eingebrannt“ haben. Betroffene reagieren auf ihre Schemata mit spezifischen emotionalen Zuständen (z.B. Wut, Trauer). Die Schemathherapie arbeitet mit diesen verschiedenen emotionalen Zuständen (Modi).

Allgemeine Psychotherapie nach K. Grawe

Die Allgemeine Psychotherapie orientiert sich an den gemäss Psychotherapie- und Grundlagenforschung wirksamsten Methoden. Schematheorien, Konflikttheorien, Konsistenztheorie  (Chaostheorie) sowie Bedürfnistheorien sind dabei wichtige Bausteine. Die Wirkfaktoren Problemaktualisierung, Problembewältigung, Klärung und Ressourcenaktivierung sollen konsequent genutzt werden. Dass sich emotionsfokussierte Interventionen direkt auf unsere neuronalen Netzwerke auswirken, ist heute zentral.

Dialektische Behaviorale Therapie (DBT) nach M. Linehan

Der zentralste Fokus der DBT ist das Verbessern der Emotionsregulation: Schnelle, intensive und lang anhaltende Reaktionen können mit der Schwierigkeit verbunden sein, Emotionen überhaupt modulieren zu können. Die DBT kombiniert Fertigkeitentraining, kognitive Umstrukturierung, Expositionstraining, Kontingenzmanagement und Verhaltensanalyse mit achtsamkeitsbasierten Verfahren.  Zentral ist die Dialektik: Es gibt kein richtig oder falsch, sondern nur die Balance zwischen Extrempositionen (“find the middlepath“)

Achtsamkeitsbasierte Methoden (i.B. MBSR), J. Kabat Zinn, P. Chödrön u.a.

Es geht darum, körperliche, emotionale und kognitive Prozesse unmittelbarer, nicht-wertend und kontinuierlich und teilnehmend wahrzunehmen. Unser Handeln wird dadurch ruhiger und weniger impulsiv. Mit Achtsamkeit kann auf Dauer eine Beruhigung des gesamten psycho-physiologischen Systems (z.B. bei somatopsychischen oder psychosomatischen Beschwerden) erreicht werden.  Achtsamkeit hilft auch, schweren psychischen Schmerz, z.B. nach einem Schicksalsschlag tragen und verarbeiten zu können.